… von weitem funkelt dein Schmerz, deine Tränen sickern unsichtbar und deine Pflaster schmücken dich, als sei es morgen schon wieder gut auf Erden. So tanzen wir auf deinen Wunden und fliegen über den Horizont, um deine Größe zu bezwingen, was allmächtig scheint und doch immer kläglich scheitert. Auch am anderen Strand, unter Palmen, sind wir nur wir selbst. Klein und ohnmächtig das Unbegreifliche zu begreifen, das in deiner Größe glänzt. Darum: Weine Perle und lass uns deine Tränen küssen. So heilen wir uns selbst.

Nicht Sorge trübte die Sphäre, nur Blühen, Grünen im Gras. So waren wir, was wir so gerne immer gewesen wären – leicht und unbeschwert. Kein Gestern, kein Morgen, so taumelten uns Seinsgleichen hin. Duftlau verführten die Nächte, nicht Schlaf nur Traum stellte sich ein. Tanzend umschwärmten wir Sterne, fassten wir Mut, wir selber zu sein – und wussten – schon bald würde kein Tag je wieder, würde kein Tag je wieder so sein. So versommern die Tage, es fliegt das Sein so gerade, so verdammt pfeilschnell voran. Und nur, um uns an trüben Tagen in nebulös Vergangenem zu wiegen, was dann – blass – Erinnerung heißt.

Fang an

loszulassen, was immer es war, dass dich davon abgehalten hat dich davon zu trennen. Sieh nicht zurück, wenn der Wind deine Erinnerungen fortweht. Geh geradewegs geradeaus und suche das Licht, das dir gefehlt, als du darüber nachdachtest, dem Sog der Veränderung zu entfliehen. Ziehe 4000 Glühwürmchen ein, wenn du über Los kommst und kaufe Bahnhöfe, Häuser, aber bloß keine Hotels. Gewinne Gewinne! Lass aber erstmal den verdammten Balken los.

Der Abend schönt so schön auf, dass dunkles Denken geblendet verblasst. Mondschein sichelt silbern über den wogenden Wipfeln, denen der Wind unentwegt vom elenden Verzweifeln flüstert. Von Ferne, wo Gewalt den Tag zur Nacht macht und Frauen fliehen möchten vor ihren Verbrechern im eigenen Haus. Wo durch Krieg das schützende Dach zerbricht. Wo Kinder gequält ums Überleben kämpfen. Wo Mädchen verkauft wie Vieh.

Wie es gelingt, das Grauen zu ertragen (hier wie dort) im Sonnenuntergang, das allein weiß Gott ist jenes Vergessen, das uns streift, wenn sich der Abend aufschönt, blendet und Hoffnung schenkt auf ein besseres Morgen.

War das wirklich gut, was ich dachte, wie ich bin? Gehen wir langsam, sachte, unaufhaltsam nicht einfach irgendwo hin? Ist das der Plan oder bin ich am Set? Heute gehe ich einen Schritt zurück, morgen wachse ich über mich hinaus. Gestern starb ein Tier – morgen ich, wir. Wer geht zuerst, wer bestimmt? Nimm mich mit, du rasender Wind.