Erleben, wie andere leben, wie Leben ist ohne tägliches Einerlei – den Stillstand gecovert mit einem Berg Serienbrei. MUM Staffel 1 am Samstagmorgen, Staffel 2 zum Sonntagskaffee. Dazwischen 4 Blocks und Breaking News, was ist los mit meinem brain juice? Draußen die komplette Lähmung, drinnen nur noch Serienströmung. Auf dem Bildschirm poppen Menschen auf wie Seifenblasen, es ist Winter und draußen mäht nicht mal einer den Rasen. Keine Touris mit klirrenden Bierflaschen, die Rollkoffer rollen und auf dein Fensterbrett aschen. Was war’n das für Zeiten, als das alles live und on air war und jetzt ist das alles nur noch im Stream erlebbar. Das fremde Leben kommt aus der Dose, ansonsten da draußen? Tote Hose. Das nervt, das ätzt und am liebsten wär ich in Neuseeland, weil neulich im Guardian stand, dass die da chillen, kein Corona, Cafés offen und überall grillen. Am Strand liegt man eng wie Ölsardinen. Ach, wie war das schön an der Ostsee, in den Dünen. Überall Fleisch und Blut, das zu erinnern tut gut. Nun hängen wir am Online-Tropf der Fiktionen und zahlen Netflix, Amazon Prime und der GEZ Millionen, dass wir die Lockdown Tristesse um uns herum etwas vergessen. Mein 87-jähriger Vater schaut Rosenheime-Cops ohne Ende, und auch mein Akku-Stromverbrauch spricht Bände. Während ich das schreibe, kriege ich die Warnung. Nur noch 7 Prozent. Was soll ich gleich tun? Keine Ahnung. Geräte zum Glotzen gibt es genug, doch ich bin einfach nur müde und gut.

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